Stadtbräu: Bankdirektor auf Todesliste

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Es war in derselben nächtlichen Stunde, als Ernst-Jochen Klein von einem prasselnden Geräusch und einem hellen flackernden Lichtschein aus dem Schlaf gerissen wurde. Der Direktor der Rehauer Stadtbank hatte sich ein Hobby zugelegt, das er mit der näher rückenden Pensionierung mehr und mehr zum neuen Beruf machte: Klein handelte mit Oldtimern. Aber nicht nur das. Er liebte sie. Und deswegen war das, was er beim Aufstehen sah, der größte Schock seines Lebens.
Vor seiner Garage stand der Iso Rivolta 340. Ein luxuriöses italienisches Coupé, Baujahr 1965 mit 340 PS, mit 5,3 Litern Hubraum und mit Tempo 228 in der Spitze. Unwiederbringlich und unfassbar teuer. Es gab nur noch wenige fahrbereite Exemplare auf der Welt. Ernst Jochen hatte eines davon. Da stand es. Und zwar in Flammen.
Ernst-Jochen nahm sich nicht einmal die Zeit, eine Jacke überzuwerfen. Er entwickelte bei ihm nie vermutete Sprinterqualitäten, als er, den größten verfügbaren Feuerlöscher im Arm, zur Haustür hinausraste, im Dunkeln zielsicher seinen unbeleuchteten Gartenweg entlang hinauf zur Straße, zwei Treppenstufen auf einmal nehmend. Dort angekommen legte er eine Vollbremsung auf seinen blanken Füßen hin, dass es nur so scheuerte, legte auf sein Auto an und hielt mit dem Löschschaum eine ganze Minute lang frontal drauf.
Als das Spektakel vorbei war, bot sich ihm nur noch ein verkohlter Haufen Blech, für dessen Reparatur es nirgendwo auf der Welt noch Ersatzteile gab. Der finanzielle Verlust war unerhört, aber gerade noch tragbar. Das andere war viel schlimmer: Ein Stück von Ernst-Jochens Herz war ihm bei lebendigem Leib herausgeschnitten worden.
Der Finanzvorstand der Stadtbräu, Großcousin von Kriminalhauptkommissar Wunderlich, fragte sich verwirrt, wie es dazu kommen konnte.
Stand Klein auf der Todesliste der Bier-Mafia?      

Damit allen Lesern von "Flussperlmuschel" und "Kartoffeldenkmal" ein herzliches Dankeschön, dass sie mich so zahlreich zur Fortsetzung "Stadtbräu" ermuntert haben. Dieser Thriller wird etwa Mitte Juli 2017 fertig sein und Ende Oktober erscheinen. Aber vorher gibt es natürlich noch weitere Leseproben, eine Lesung mit Tatortbildern im Sommer und eine Signierstunde beim Wiesenfest!

   
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